Trockene Hände im Winter: Was wirklich hilft und welche Pflege jetzt sinnvoll ist
Kurz erklärt
- Warum werden Hände im Winter trocken? Kälte, Heizungsluft, heißes Wasser und häufiges Händewaschen schwächen die natürliche Hautbarriere.
- Was hilft am schnellsten? Hände lauwarm waschen und direkt danach eine feuchtigkeitsspendende, rückfettende Handcreme verwenden.
- Welche Inhaltsstoffe sind sinnvoll? Glycerin, Urea, Panthenol, Squalan, Ceramide und Shea Butter helfen, Feuchtigkeit zu binden und raue Haut zu pflegen.
- Wann ist ärztlicher Rat wichtig? Bei tiefen oder blutenden Rissen, starkem Juckreiz, Bläschen oder Beschwerden, die trotz Pflege nicht besser werden.
Draußen wird es kalt, drinnen läuft die Heizung – und plötzlich fühlen sich die Hände rau an, spannen oder bekommen kleine Risse. Bei mir beginnt es meistens rund um die Nagelhaut. Spätestens wenn jeder Pullover daran hängen bleibt, weiß ich: Es ist wieder Zeit, die Handcreme nicht nur irgendwo in der Tasche mitzunehmen, sondern sie tatsächlich regelmäßig zu verwenden.
Was hilft gegen trockene Hände im Winter? Am wichtigsten sind eine milde Reinigung, lauwarmes Wasser, eine Handcreme mit feuchtigkeitsbindenden und rückfettenden Inhaltsstoffen sowie Handschuhe als Schutz vor Kälte und Reinigungsmitteln.
Warum werden die Hände im Winter so trocken?
Unsere Hautbarriere besteht unter anderem aus Fetten und feuchtigkeitsbindenden Stoffen. Produziert die Haut davon zu wenig oder werden sie durch häufiges Waschen, Seife und Kälte entfernt, verliert die Haut leichter Feuchtigkeit. Sie wird rau, spannt, schuppt oder reißt ein.
Im Winter kommen mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen:
-
kalte und trockene Außenluft
-
warme Heizungsluft
-
häufiges Händewaschen
-
heißes Wasser und aggressive Seifen
-
Kontakt mit Putz- und Spülmitteln
-
fehlender Schutz durch Handschuhe
Laut dem medizinischen Informationsportal des deutschen Bundesgesundheitsministeriums ist bei sehr trockener Haut auch ihre natürliche Barrierefunktion gestört. Dadurch wird sie empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen. (gesund.bund.de)
Was hilft schnell gegen trockene Hände?
Eine einzelne dicke Schicht Handcreme am Abend ist besser als nichts. Noch hilfreicher ist es aber, die kleinen Auslöser im Alltag zu verändern.
1. Hände mit lauwarmem Wasser waschen
Sehr heißes Wasser entfernt zusätzliche Fette von der Haut. Verwende deshalb lauwarmes Wasser und eine milde Reinigung. Danach die Hände vorsichtig abtupfen, statt kräftig mit dem Handtuch zu reiben.
2. Direkt nach dem Waschen eincremen
Trage die Handcreme möglichst dann auf, wenn die Haut noch leicht feucht ist. So kann die Pflege helfen, die vorhandene Feuchtigkeit in der Haut zu halten.
Auch die American Academy of Dermatology empfiehlt, bei kaltem Wetter häufiger zu cremen – besonders nach dem Händewaschen.
3. Handschuhe nicht vergessen
Handschuhe schützen nicht nur vor kalten Fingern. Sie reduzieren auch den direkten Kontakt der Haut mit kalter, trockener Luft. Beim Putzen oder Geschirrspülen sind geeignete Haushaltshandschuhe sinnvoll, weil Wasser und Reinigungsmittel die Hautbarriere zusätzlich belasten können.
4. Abends etwas reichhaltiger pflegen
Wenn die Hände sehr trocken sind, darf die Pflege am Abend reichhaltiger ausfallen. Creme dabei auch Nagelhaut, Fingerzwischenräume und trockene Stellen rund um die Knöchel ein.
Welche Inhaltsstoffe sind gut für trockene Hände?
Eine gute Handcreme kombiniert idealerweise Stoffe, die Wasser binden, mit Lipiden und schützenden Bestandteilen.
Feuchthaltemittel ziehen Wasser an und helfen, es in der oberen Hautschicht zu halten:
-
Glycerin
-
Hyaluronsäure
-
Urea
-
Panthenol
Rückfettende und glättende Inhaltsstoffe machen raue Haut geschmeidiger:
-
Squalan
-
Shea- und Kakaobutter
-
Ceramide
-
Jojoba- oder Sonnenblumenöl
Okklusive Inhaltsstoffe bilden einen schützenden Film und bremsen den Feuchtigkeitsverlust:
-
Petrolatum beziehungsweise Vaseline
-
Dimethicone
-
Mineralöl
Glycerin gehört zu den am besten untersuchten Feuchthaltemitteln. Studien zeigen, dass glycerinhaltige Cremes die Hautfeuchtigkeit verbessern können. Auch Niacinamid kann die Barrierefunktion unterstützen und den transepidermalen Wasserverlust reduzieren. (PubMed: Glycerin, PubMed: Niacinamid)
Unsere Wahl für gepflegte Hände im Alltag
Für trockene Hände, die vor allem Feuchtigkeit und Pflege brauchen, mag ich die Corpus Naturals Aromatic Hand Cream Amalgam 5.
Die Formel enthält unter anderem Glycerin, Sonnenblumenöl, Shea- und Kakaobutter, Squalan, Panthenol und Niacinamid. Sie pflegt reichhaltig, zieht aber trotzdem schnell ein – für mich wichtig, weil ich nach dem Eincremen direkt wieder tippen oder mein Handy verwenden möchte.
Die Creme enthält ätherische Öle und ist daher nicht duftfrei. Bei sehr empfindlicher, akut entzündeter oder zu Ekzemen neigender Haut ist eine parfumfreie Pflege meist die sicherere Wahl. Dermatologische Empfehlungen raten bei sehr trockener und sensibler Haut häufig zu duftstofffreien Produkten. (American Academy of Dermatology)
Wann sind trockene Hände mehr als nur ein Winterproblem?
Nicht jede raue Stelle ist automatisch ein Handekzem. Wenn die Haut jedoch stark juckt, brennt, nässt, Bläschen bildet, blutet oder trotz konsequenter Pflege nicht besser wird, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen.
Hinter wiederkehrenden Beschwerden können beispielsweise ein irritatives oder allergisches Kontaktekzem, Neurodermitis, Psoriasis oder eine Infektion stecken. Eine kosmetische Handcreme kann trockene Haut pflegen, ersetzt aber keine medizinische Behandlung.
FAQ: Häufige Fragen zu trockenen Händen im Winter
Warum sind meine Hände trotz Handcreme trocken?
Möglicherweise verwendest du die Creme zu selten oder wäschst sie kurz nach dem Auftragen wieder ab. Auch heißes Wasser, aggressive Seife, Reinigungsmittel und eine zu leichte Textur können eine Rolle spielen. Creme deine Hände regelmäßig und besonders nach jedem Waschen ein.
Wie oft sollte man trockene Hände eincremen?
Es gibt keine feste Höchstzahl. Creme immer dann nach, wenn sich die Haut trocken oder gespannt anfühlt – idealerweise nach dem Händewaschen und vor dem Schlafengehen.
Welche Handcreme ist bei sehr trockenen Händen geeignet?
Achte auf eine Creme oder Salbe mit Glycerin, Urea, Ceramiden, Shea Butter, Squalan, Dimethicone oder Petrolatum. Für sehr empfindliche und zu Ekzemen neigende Haut empfiehlt sich eine parfumfreie Formulierung.
Was hilft über Nacht gegen trockene Hände?
Trage vor dem Schlafengehen eine reichhaltige Creme oder Salbe auf. Baumwollhandschuhe können darüber getragen werden, damit die Pflege auf der Haut bleibt und nicht in der Bettwäsche landet.
Ist Urea gut für rissige Hände?
Urea bindet Feuchtigkeit und kann bei trockener, verhornter Haut hilfreich sein. Auf offenen oder stark eingerissenen Stellen kann Urea allerdings brennen. In diesem Fall ist zunächst eine reizärmere Pflege sinnvoll. (DermNet)
Hilft Vaseline gegen trockene Hände?
Vaseline spendet selbst kaum Wasser, bildet aber einen schützenden Film und reduziert den Feuchtigkeitsverlust. Sie eignet sich besonders als letzter Schritt über einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder als intensive Nachtpflege.
Helfen Olivenöl oder Kokosöl gegen trockene Hände?
Öle können die Haut vorübergehend glatter machen und den Feuchtigkeitsverlust reduzieren. Eine gut formulierte Handcreme kombiniert jedoch mehrere Wirkstoffgruppen und ist im Alltag meist zuverlässiger. Stark parfümierte DIY-Mischungen oder Zitronensaft gehören nicht auf gereizte, rissige Haut.
Wann sollte ich mit trockenen Händen zum Hautarzt?
Bei tiefen oder blutenden Rissen, starken Schmerzen, nässenden Stellen, Bläschen, deutlichem Juckreiz oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Haut medizinisch beurteilt werden. Das gilt auch, wenn sich der Zustand trotz konsequenter Pflege nicht verbessert.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung.