PDRN aus Lachs-DNA: Ist wirklich Lachssperma im Serum?

PDRN aus Lachs-DNA: Ist wirklich Lachssperma im Serum?

Verfasst von: Eva Juric, Gründerin von @myskinisgettingbetter und MYSK Online Beauty Store

Mehr über mich und meinen Weg mit Akne: About me

Kurz erklärt

Ja, klassisches PDRN wird häufig aus der DNA von Lachs oder Forelle gewonnen – genauer gesagt aus gereinigten DNA-Fragmenten, die ursprünglich aus den Samenzellen der Fische stammen.

Nein, du trägst dir deshalb nicht einfach „rohes Lachssperma“ ins Gesicht. Der Ausgangsstoff wird verarbeitet, gereinigt und für die Verwendung in Kosmetik aufbereitet.

Nicht jedes PDRN ist tierischen Ursprungs. Es gibt inzwischen auch pflanzenbasierte und biotechnologisch hergestellte Alternativen.

Wichtig: Ein PDRN-Serum für zu Hause ist nicht dasselbe wie eine PDRN- oder Polynukleotid-Injektion in einer Praxis.

Bei Fischallergie, sehr reaktiver Haut oder Unsicherheit über die Herkunft solltest du die Angaben des Herstellers prüfen und besonders vorsichtig starten.

Ich musste bei „Lachs-DNA“ auch zweimal lesen

Als ich PDRN das erste Mal überall auf TikTok und in koreanischen Skincare-Routinen gesehen habe, dachte ich zuerst: Okay, ein neuer regenerierender Wirkstoff. Klingt interessant.

Und dann kam der Satz: „Das ist doch dieses Lachssperma-Serum.“

Natürlich hatte ich Fragen.

Ist da wirklich Lachssperma drin?
Ist das hygienisch?
Kann das meine DNA verändern?
Ist PDRN überhaupt vegan?
Und wirkt ein Serum wirklich genauso wie die Behandlungen, die man aus koreanischen Beauty-Kliniken kennt?

Früher hätte ich wahrscheinlich einfach das nächste gehypte Produkt bestellt und erst später genauer nachgelesen. Heute ist es bei mir umgekehrt.

Bevor ich etwas Neues auf meine Haut lasse, möchte ich verstehen:

Was ist wirklich enthalten?
Woher kommt der Wirkstoff?
Welche Effekte sind realistisch?
Und welche Aussagen sind hauptsächlich Marketing?

Genau deshalb schauen wir uns PDRN heute einmal ohne Hype, aber auch ohne unnötige Panik an.

Was ist PDRN überhaupt?

PDRN steht für Polydeoxyribonukleotid.

Vereinfacht gesagt handelt es sich um kurze DNA-Fragmente. PDRN wird schon länger in medizinischen und dermatologischen Bereichen untersucht, besonders im Zusammenhang mit Gewebereparatur, Wundheilung und regenerativen Prozessen.

Erst später wurde der Wirkstoff zum großen Skincare-Trend.

In kosmetischen Produkten findest du PDRN heute zum Beispiel in:

Seren, Essences, Tonern, Cremes, Hydrogel-Masken, Augenpflege

Auf der Inhaltsstoffliste kann PDRN unter anderem als „Sodium DNA“ auftauchen. Die genaue Herkunft ist allein anhand dieses Namens aber nicht immer eindeutig erkennbar.

Wenn dir wichtig ist, ob das Produkt tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist, solltest du deshalb zusätzlich die Produktbeschreibung oder die Angaben der Marke prüfen.

Ist PDRN wirklich Lachssperma?

Die ehrliche Antwort lautet: Klassisches PDRN wird häufig aus der DNA von Lachs- oder Forellensamenzellen gewonnen.

Das klingt im ersten Moment natürlich weniger glamourös als „regenerierende DNA-Technologie“.

Aber es ist wichtig, zwischen dem Ausgangsmaterial und dem fertigen kosmetischen Inhaltsstoff zu unterscheiden.

In einem PDRN-Serum befindet sich nicht einfach unbehandeltes Fischmaterial. Die DNA wird extrahiert, gereinigt, gefiltert und zu einem kosmetisch nutzbaren Inhaltsstoff verarbeitet.

Was am Ende in der Formulierung landet, sind gereinigte DNA-Fragmente – nicht das rohe Ausgangsmaterial.

Ähnlich ist es bei vielen anderen kosmetischen Inhaltsstoffen: Die ursprüngliche Quelle klingt manchmal ungewöhnlich, während der fertige Inhaltsstoff technisch verarbeitet und gereinigt wurde.

Warum wird ausgerechnet Lachs-DNA verwendet?

Lachs- und Forellen-DNA wird traditionell genutzt, weil sie in relativ reiner Form gewonnen und verarbeitet werden kann.

PDRN aus Fisch wurde außerdem schon länger in der regenerativen Medizin erforscht als viele neuere pflanzenbasierte Alternativen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Produkt mit Lachs-PDRN perfekt formuliert ist.

Und es bedeutet auch nicht, dass ein Produkt nur deshalb besser wirkt, weil vorne besonders groß „Salmon DNA“ oder eine hohe PPM-Zahl auf der Verpackung steht.

Die gesamte Formulierung entscheidet.

Ein gutes PDRN-Produkt sollte nicht nur einen Trendwirkstoff enthalten, sondern auch Stoffe, die zur jeweiligen Haut passen, zum Beispiel:

Glycerin und Hyaluronsäure für Feuchtigkeit

Panthenol und Cica zur Beruhigung

Ceramide zur Unterstützung der Hautbarriere

Peptide für ein glatteres Hautgefühl

eine passende Creme, die die Feuchtigkeit in der Haut hält

Kann PDRN meine DNA verändern?

Nein. Ein kosmetisches PDRN-Serum schreibt deine menschliche DNA nicht um.

Der Begriff „DNA“ klingt sehr technisch und löst deshalb verständlicherweise Unsicherheit aus. Die DNA-Fragmente in einem kosmetischen Produkt werden aber nicht einfach Teil deines Erbguts.

PDRN wird vielmehr wegen möglicher Signal- und Reparaturmechanismen untersucht.

Du musst also keine Angst haben, dass ein PDRN-Serum deine Gene verändert oder „Fisch-DNA“ dauerhaft in deine Haut einbaut.

Gibt es veganes PDRN?

Ja, es gibt inzwischen Produkte, die mit pflanzenbasiertem, fermentiertem oder mikrobiell gewonnenem PDRN beziehungsweise PDRN-ähnlichen DNA-Fragmenten arbeiten.

Häufig findest du dafür Begriffe wie:

Phyto PDRN

Vegan PDRN

Plant-derived PDRN

Ginseng PDRN

Rose PDRN

Peony PDRN

Microbial PDRN

Hier würde ich allerdings genau hinschauen.

„Veganes PDRN“ bedeutet nicht automatisch, dass der Inhaltsstoff chemisch und biologisch vollständig identisch mit klassischem Lachs-PDRN ist.

Pflanzenbasierte Varianten sind spannend und es gibt inzwischen erste interessante Untersuchungen. Die Datenlage und die verwendeten Herstellungsverfahren können sich aber deutlich von Produkt zu Produkt unterscheiden.

Meine einfache Regel:

Wenn dir vegane Kosmetik wichtig ist, verlasse dich nicht nur auf das große Wort „PDRN“ vorne auf der Verpackung.

Prüfe:

  1. Nennt die Marke die genaue Quelle?

  2. Ist das komplette Produkt als vegan gekennzeichnet?

  3. Handelt es sich um echtes PDRN oder um einen markeneigenen „PDRN-like“-Komplex?

  4. Welche weiteren Inhaltsstoffe befinden sich in der Formulierung?

PDRN-Serum oder PDRN-Injektion: Das ist nicht dasselbe

Dieser Unterschied wird online oft komplett übersprungen.

PDRN und verwandte Polynukleotide werden in ästhetischen und medizinischen Behandlungen teilweise injiziert oder nach professionellen Treatments verwendet.

Dabei wird der Wirkstoff in tiefere Hautschichten gebracht.

Ein Serum wird dagegen auf die Hautoberfläche aufgetragen. Die Hautbarriere hat genau die Aufgabe, größere Moleküle nicht einfach unkontrolliert durchzulassen.

Deshalb sollte man von einem PDRN-Serum nicht automatisch dieselben Ergebnisse erwarten wie von einer professionellen Behandlung.

Das heißt nicht, dass topisches PDRN „nichts bringt“.

Es heißt nur:

Serum und Injektion sind zwei unterschiedliche Anwendungen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Ein Serum kann Teil einer beruhigenden, hydratisierenden und barrierefreundlichen Routine sein. Ob und wie viel PDRN selbst in tiefere Hautschichten gelangt, hängt unter anderem von der Größe der DNA-Fragmente, der Formulierung und dem verwendeten Trägersystem ab.

Was kann ein PDRN-Serum realistisch leisten?

Bei Skincare bin ich inzwischen vorsichtig mit großen Versprechen.

Wenn ein Produkt behauptet, es würde nach drei Anwendungen Falten verschwinden lassen, Narben entfernen und die Haut komplett erneuern, werde ich automatisch skeptisch.

Was ich bei einem gut formulierten PDRN-Serum realistischer finde:

ein hydratisierteres Hautgefühl

mehr sichtbare „Plumpness“

weniger Spannungsgefühl

ein ruhigerer, gepflegterer Look

Unterstützung einer barrierefreundlichen Routine

mit regelmäßiger Anwendung eventuell eine glatter und elastischer wirkende Haut

Wichtig ist aber: Diese Effekte entstehen fast nie nur durch einen einzigen Inhaltsstoff.

Wenn ein PDRN-Serum gleichzeitig Hyaluronsäure, Niacinamid, Peptide, Glycerin oder beruhigende Pflanzenextrakte enthält, tragen auch diese zur sichtbaren Wirkung bei.

Das ist kein Nachteil. Im Gegenteil: Eine gute Gesamtformulierung ist mir wichtiger als ein einzelner Hype-Wirkstoff.

Warum ein Serum sofort „Plumpness“ geben kann

Wenn deine Haut direkt nach der Anwendung praller aussieht, bedeutet das nicht unbedingt, dass über Nacht neues Kollagen entstanden ist.

Der schnellere Effekt kommt meistens durch:

zusätzliche Feuchtigkeit

filmbildende Inhaltsstoffe

Humectants wie Glycerin oder Hyaluronsäure

eine Creme, die den Feuchtigkeitsverlust reduziert

Das ist trotzdem ein echter kosmetischer Effekt.

Wir müssen nur unterscheiden zwischen:

Soforteffekt: Feuchtigkeit, Glow und ein glatteres Hautgefühl

Langfristigem Effekt: Veränderungen, die mehrere Wochen konsequente Anwendung benötigen und deutlich schwieriger einem einzelnen Inhaltsstoff zugeordnet werden können

Für wen kann PDRN interessant sein?

Ein PDRN-Produkt kann besonders interessant sein, wenn deine Haut:

trocken oder dehydriert ist

schnell gestresst wirkt

zu Spannungsgefühl neigt

nach zu vielen Actives eine ruhigere Routine braucht

erste Zeichen von Elastizitätsverlust zeigt

Anti-Aging möchte, ohne sofort eine sehr aggressive Routine aufzubauen

Trotzdem gilt: Nicht jedes PDRN-Produkt ist automatisch für sensible Haut geeignet.

Die komplette INCI-Liste zählt.

Ein Produkt kann PDRN enthalten und gleichzeitig Duftstoffe, Säuren oder andere Inhaltsstoffe besitzen, die deine Haut persönlich nicht mag.

PDRN bei Akne: Ja oder nein?

PDRN ist kein klassischer Wirkstoff zur Behandlung von Akne.

Es ersetzt weder eine dermatologische Aknetherapie noch bewährte Wirkstoffe, die gezielt gegen verstopfte Poren, übermäßige Verhornung oder bestimmte Formen von Entzündung eingesetzt werden.

Trotzdem kann ein PDRN-Produkt in einer Akne-Routine interessant sein, wenn der Rest der Formulierung leicht, nicht zu reichhaltig und beruhigend ist.

Gerade wenn die Haut durch Retinoide, Säuren oder andere Behandlungen trocken und empfindlich geworden ist, kann eine hydratisierende Recovery-Routine sinnvoll sein.

Bei aktiver, starker oder schmerzhafter Akne würde ich mich aber nicht allein auf ein Trendserum verlassen.

Was ist bei Fischallergie?

Wenn du eine bekannte Fischallergie hast, solltest du bei tierisch gewonnenem PDRN vorsichtig sein.

PDRN wird zwar gereinigt und Proteine sollen bei der Verarbeitung weitgehend entfernt werden. Trotzdem würde ich bei einer starken oder medizinisch relevanten Allergie nicht einfach auf eigene Faust experimentieren.

Prüfe die Herkunft beim Hersteller und kläre die Anwendung im Zweifel ärztlich ab.

Auch ohne bekannte Allergie gilt:

Teste ein neues Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle und führe nicht gleichzeitig fünf neue Produkte ein.

So kannst du viel besser beurteilen, worauf deine Haut reagiert.

Ist PDRN in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?

Für viele kosmetische PDRN-Produkte gibt es keine ausreichenden spezifischen Sicherheitsdaten für Schwangerschaft und Stillzeit.

Das bedeutet nicht automatisch, dass sie gefährlich sind. Es bedeutet, dass keine pauschale Empfehlung für jedes Produkt und jede Formulierung gegeben werden kann.

Da ein Serum außerdem viele weitere Inhaltsstoffe enthalten kann, würde ich die komplette INCI-Liste mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.

Gerade in dieser Zeit finde ich „lieber einmal zu viel nachfragen“ besser als eine pauschale Aussage aus einem TikTok-Video.

Woran erkenne ich ein gutes PDRN-Produkt?

Ich schaue mir fünf Dinge an.

1. Die Quelle

Ist klar angegeben, ob das PDRN aus Lachs, einer Pflanze oder einem mikrobiellen Verfahren stammt?

2. Die gesamte Formulierung

Enthält das Produkt zusätzlich sinnvolle hydratisierende und barriereunterstützende Inhaltsstoffe?

3. Die Konzentration

Eine Prozent- oder PPM-Angabe kann hilfreich sein. Sie sagt aber allein noch nicht, wie wirksam ein Produkt ist.

Molekülgröße, Aufbereitung, Stabilität und das gesamte Formulierungssystem spielen ebenfalls eine Rolle.

4. Das Hautziel

Möchtest du mehr Feuchtigkeit, Beruhigung, Glow oder eine reichhaltigere Anti-Aging-Pflege?

Ein leichtes Serum passt zu einem anderen Hautbedürfnis als eine reichhaltige PDRN-Creme.

5. Die Routine drumherum

Auch das beste Serum kann eine chaotische Routine mit zu vielen Säuren, Retinol-Abenden und ständig wechselnden Produkten nicht retten.

Warum ich bei Medicube gestartet bin

Ich habe PDRN zuerst innerhalb der Medicube-Linie getestet.

Nicht, weil man Produkte verschiedener Marken grundsätzlich nicht kombinieren darf. Sondern weil ich am Anfang möglichst wenige Variablen haben wollte.

Das Medicube PDRN Pink Peptide Serum kombiniert PDRN aus Lachs-DNA mit Peptiden und weiteren pflegenden Inhaltsstoffen.

Für mich war das ein sinnvoller Einstieg, weil ich nicht nur auf den PDRN-Anteil geschaut habe, sondern auf das gesamte Hautgefühl:

Wie zieht das Serum ein?
Verträgt meine Haut es morgens und abends?
Funktioniert es unter Creme und SPF?
Fühlt sich meine Haut nach mehreren Wochen ruhiger und hydratisierter an?

Genau diese Beobachtung ist für mich wichtiger als ein dramatisches Vorher-Nachher-Versprechen nach drei Tagen.

Wenn du dir die PDRN-Produkte ansehen möchtest: MEDICUBE PDRN

Meine einfache PDRN-Routine

Abends:

  1. Sanft reinigen

  2. PDRN-Serum dünn auftragen

  3. Creme

Morgens:

  1. Nach Hautgefühl reinigen oder nur Wasser verwenden

  2. PDRN oder eine einfache Feuchtigkeitspflege

  3. SPF

Kein unnötiges Chaos.

Wenn du wissen möchtest, wie du PDRN mit Retinol, Vitamin C oder AHA/BHA kombinierst, findest du meinen kompletten Guide hier: PDRN KOMBINIEREN

Vier PDRN-Mythen, die wir vergessen können

Mythos 1: PDRN-Serum verändert deine DNA

Nein. Kosmetische DNA-Fragmente schreiben dein Erbgut nicht um.

Mythos 2: PDRN-Serum wirkt genauso wie eine Injektion

Nein. Die Art der Anwendung und die Tiefe, in die der Wirkstoff gelangt, sind unterschiedlich.

Mythos 3: Je höher die PPM-Zahl, desto besser das Produkt

Nicht unbedingt. Die Zahl sagt nichts über alle anderen Bestandteile, die Molekülgröße oder die Qualität der Formulierung aus.

Mythos 4: Jedes PDRN ist automatisch vegan

Nein. Klassisches PDRN wird häufig aus Fisch-DNA gewonnen. Für vegane Varianten muss die Quelle ausdrücklich angegeben sein.

Mein Fazit

Ja, der Begriff „Lachs-DNA“ klingt zuerst ungewöhnlich.

Aber hinter einem kosmetischen PDRN-Produkt steckt nicht einfach rohes Fischmaterial, sondern ein gereinigter und verarbeiteter Inhaltsstoff.

Gleichzeitig sollten wir PDRN nicht größer machen, als es ist.

Ein Serum ist keine Injektion.
Eine hohe PPM-Zahl ist keine Wirkungsgarantie.
Und ein viraler Wirkstoff ersetzt keine stabile Routine.

Für mich liegt der größte Vorteil von PDRN-Produkten darin, dass sie gut in eine hydratisierende, beruhigende und barrierefreundliche Routine passen können.

Wenn deine Haut gerade gestresst ist und du Anti-Aging nicht mit maximaler Reizung verbinden möchtest, kann PDRN ein interessanter Step sein.

Aber wie immer gilt:

Quelle prüfen.
Gesamte Formulierung anschauen.
Langsam starten.
Und der Haut Zeit geben.

FAQ: PDRN, Lachs-DNA und vegane Alternativen

Ist PDRN wirklich aus Lachssperma?

Klassisches PDRN wird häufig aus gereinigten DNA-Fragmenten gewonnen, deren Ausgangsmaterial Lachs- oder Forellensamenzellen sind. Das fertige Produkt enthält aber nicht einfach rohes Fischmaterial.

Was bedeutet Sodium DNA in der INCI-Liste?

Sodium DNA ist eine mögliche Bezeichnung für aufbereitete DNA-Fragmente. Die Bezeichnung allein zeigt nicht immer eindeutig, ob die Quelle Fisch, Pflanze oder ein biotechnologisches Verfahren ist.

Ist Medicube PDRN vegan?

Die Medicube-PDRN-Produkte, die ausdrücklich mit PDRN aus Lachs-DNA beschrieben werden, sind aufgrund dieser Quelle nicht vegan.

Gibt es veganes PDRN?

Ja. Es gibt pflanzenbasierte und mikrobiell gewonnene Alternativen. Prüfe, ob das gesamte Produkt als vegan gekennzeichnet ist und welche konkrete Quelle die Marke nennt.

Ist veganes PDRN genauso wirksam?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Pflanzliche Varianten sind wissenschaftlich interessant, aber nicht jede Variante ist identisch mit klassischem PDRN aus Fisch und nicht für jede Formulierung gibt es dieselbe Datenlage.

Wirkt PDRN-Serum wie eine PDRN-Injektion?

Nein. Ein Serum bleibt hauptsächlich an beziehungsweise nahe der Hautoberfläche, während eine professionelle Behandlung den Wirkstoff gezielt in tiefere Hautschichten bringen kann.

Kann PDRN meine DNA verändern?

Nein. PDRN in Kosmetik verändert dein menschliches Erbgut nicht.

Kann ich PDRN bei Fischallergie verwenden?

Bei einer starken oder bekannten Fischallergie solltest du die genaue Quelle mit dem Hersteller klären und die Verwendung ärztlich absprechen.

Kann PDRN Pickel verursachen?

PDRN selbst ist nicht automatisch komedogen. Entscheidend ist die gesamte Formulierung. Eine sehr reichhaltige Creme kann bei manchen Personen eher zu Unreinheiten führen als ein leichtes Serum.

Wie lange dauert es, bis man Ergebnisse sieht?

Mehr Feuchtigkeit und ein pralleres Hautgefühl können relativ schnell sichtbar sein. Langfristigere Veränderungen benötigen mehrere Wochen regelmäßige Anwendung und hängen von der gesamten Routine ab.

Muss ich trotz PDRN SPF verwenden?

Ja. Sonnenschutz bleibt der wichtigste tägliche Step, wenn es um vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und den Schutz der Haut geht.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei starken Hautproblemen, bekannten Allergien oder Unsicherheit während Schwangerschaft und Stillzeit bitte ärztlich beziehungsweise dermatologisch abklären.

Wissenschaftliche Grundlage und ehrliche Einordnung

PDRN ist kein komplett neuer TikTok-Wirkstoff. Polydeoxyribonukleotide werden bereits seit längerer Zeit in der regenerativen Medizin und in der Wundheilungsforschung untersucht.

Trotzdem ist es wichtig, die vorhandenen Studien richtig einzuordnen: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu medizinisch angewendetem oder injiziertem PDRN lassen sich nicht automatisch eins zu eins auf ein kosmetisches Serum für zu Hause übertragen.

Was ist wissenschaftlich gut untersucht?

Klassisches PDRN besteht aus unterschiedlich langen DNA-Fragmenten und wird traditionell aus gereinigter DNA von Lachs oder Forelle gewonnen. Das Ausgangsmaterial wird dabei verarbeitet, gereinigt und sterilisiert.

In präklinischen Untersuchungen und medizinischen Studien wurde PDRN unter anderem mit folgenden Prozessen in Verbindung gebracht:

  • Unterstützung der Gewebereparatur

  • Förderung der Zellmigration und Zellvermehrung

  • Stimulation der Bildung neuer Blutgefäße

  • Modulation entzündlicher Prozesse

  • Unterstützung der Wundheilung

Als mögliche Wirkmechanismen werden vor allem die Aktivierung des Adenosin-A2A-Rezeptors und die Bereitstellung von Nukleotid-Bausteinen über den sogenannten Salvage Pathway diskutiert.

In einer klinischen Studie mit Patientinnen und Patienten mit chronischen diabetischen Fußulzera zeigte medizinisch angewendetes PDRN bessere Heilungsergebnisse als die Vergleichsbehandlung.

Wichtig: Dabei handelte es sich nicht um ein frei verkäufliches Gesichtsserum, sondern um eine kontrollierte medizinische Anwendung.

Warum ein Serum nicht mit einer Injektion vergleichbar ist

PDRN-Moleküle können eine relativ hohe Molekülmasse besitzen und sind negativ geladen. Beides kann das Eindringen durch eine intakte Hautbarriere erschweren.

Genau deshalb beschäftigen sich neuere Untersuchungen mit speziellen Transportsystemen, kleineren PDRN-Fragmenten, Nanoliposomen oder anderen technologischen Verfahren, die Aufnahme und Stabilität verbessern sollen.

Das bedeutet:

Ein klassisches PDRN-Serum sollte nicht automatisch dieselben Ergebnisse versprechen wie eine Injektion oder eine professionelle dermatologische Behandlung.

Bei einem kosmetischen Produkt können sichtbare Soforteffekte wie mehr Feuchtigkeit, ein pralleres Hautgefühl und mehr Glow außerdem durch weitere Inhaltsstoffe entstehen, beispielsweise durch:

  • Glycerin

  • Hyaluronsäure

  • Niacinamid

  • Peptide

  • Ceramide

  • filmbildende und feuchtigkeitsbindende Stoffe

PDRN kann Teil einer sinnvollen Gesamtformulierung sein. Die sichtbare Wirkung eines Serums sollte aber nicht ausschließlich einem einzigen Inhaltsstoff zugeschrieben werden.

Was wissen wir über pflanzliches und veganes PDRN?

Neben PDRN aus Fisch-DNA werden inzwischen auch pflanzliche und mikrobielle Quellen untersucht.

Eine Studie aus dem Jahr 2023 untersuchte PDRN aus kultivierten Ginsengwurzeln. In Zell- und präklinischen Modellen wurden Effekte auf Keratinozyten, Fibroblasten, Wundheilung und Hautbarriere beobachtet.

Im Jahr 2025 wurde außerdem über die Gewinnung von PDRN aus dem Bakterium Lactobacillus rhamnosus berichtet. Solche Verfahren könnten langfristig eine tierfreie und besser standardisierbare Alternative ermöglichen.

Diese Ergebnisse sind interessant, stellen aber noch keinen Beweis dafür dar, dass jedes als „Phyto PDRN“ oder „Vegan PDRN“ vermarktete Kosmetikprodukt dieselben Effekte wie traditionelles PDRN besitzt.

Die genaue Quelle, Molekülgröße, Konzentration, Aufbereitung und Gesamtformulierung können sich je nach Hersteller deutlich unterscheiden.

Kann PDRN die menschliche DNA verändern?

Für die Behauptung, dass kosmetisch verwendetes PDRN die menschliche DNA umschreibt oder sich dauerhaft in das menschliche Erbgut integriert, gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

PDRN besteht zwar aus DNA-Bausteinen beziehungsweise DNA-Fragmenten. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Fragmente automatisch Teil der menschlichen Gene werden.

Die in der Forschung diskutierten Effekte beziehen sich auf biologische Signalwege, Rezeptoren und die Bereitstellung von Nukleotid-Bausteinen – nicht auf eine genetische Veränderung der Anwenderin oder des Anwenders.

Wie belastbar sind die Anti-Aging-Versprechen?

Die Forschung zu PDRN ist vielversprechend, besonders in den Bereichen Wundheilung, Regeneration und medizinische Anwendung.

Bei frei verkäuflichen kosmetischen Seren ist die Datenlage jedoch noch begrenzter.

Viele vorhandene Studien sind:

  • Zellstudien

  • Tiermodelle

  • Untersuchungen mit medizinisch angewendetem PDRN

  • Studien zu speziellen Formulierungs- oder Transportsystemen

  • kleine oder herstellernahe kosmetische Untersuchungen

Aussagen wie „entfernt Falten“, „heilt Aknenarben“ oder „wirkt wie eine PDRN-Injektion“ wären deshalb für ein gewöhnliches Serum zu stark formuliert.

Realistischer ist:

Ein gut formuliertes PDRN-Produkt kann eine hydratisierende, beruhigende und barrierefreundliche Pflegeroutine ergänzen. Wie deutlich der Effekt ist, hängt von der konkreten Formulierung, der regelmäßigen Anwendung, dem Hautzustand und den weiteren Bestandteilen der Routine ab.

Ausgewählte wissenschaftliche Quellen

  1. Squadrito F. et al.
    “The Effect of PDRN, an Adenosine Receptor A2A Agonist, on the Healing of Chronic Diabetic Foot Ulcers: Results of a Clinical Trial.”
    The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2014; 99(5): E746–E753.
    DOI: 10.1210/jc.2013-3569

  2. Lee K.-S. et al.
    “Analysis of Skin Regeneration and Barrier-Improvement Efficacy of Polydeoxyribonucleotide Isolated from Panax Ginseng (C.A. Mey.) Adventitious Root.”
    Molecules, 2023; 28(21): 7240.
    DOI: 10.3390/molecules28217240

  3. Chae D. et al.
    “First Report on Microbial-Derived Polydeoxyribonucleotide: A Sustainable and Enhanced Alternative to Salmon-Based Polydeoxyribonucleotide.”
    Current Issues in Molecular Biology, 2025; 47(1): 41.
    DOI: 10.3390/cimb47010041

  4. Park S. J. et al.
    “Plasma-Engineered PDRN: Surface Charge Neutralization and Nanosizing Enhance Uptake and Regeneration Potential.”
    Pharmaceutics, 2025; 17(9): 1136.
    DOI: 10.3390/pharmaceutics17091136

  5. He Y. et al.
    “Preparation of Polydeoxyribonucleotide Nanoliposomes and Their Applicability to Cosmetic Formulations.”
    Current Pharmaceutical Biotechnology, 2026; 27(6): 728–735.
    DOI: 10.2174/0113892010353418250218064202

Hinweis: Wissenschaftliche Erkenntnisse entwickeln sich weiter. Dieser Abschnitt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder dermatologische Beratung.

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